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Anmeldung für ein Gewerbe |
Ja, das benötigt man. So wird man erst mal die pauschale Aussage bekommen. Doch ist das wirklich so? In den meisten Fällen muss man ein Gewerbe dafür anmelden. Doch dafür müssen auch einige Fakten erfüllt sein.
Dabei spielen zwei Punkte eine sehr wichtige Rolle. Zum einen ist das die Gewinnerzielungsabsicht und die Regelmäßigkeit. Das heißt, wenn ich Wolle einkaufe, daraus etwas herstelle und das regelmäßig zum Verkauf anbiete. Dabei ist es egal, ob ich dafür das Internet nutze, Kunsthandwerkermärkte oder so wie ich im eigenen Ladengeschäft die Sachen mit anbiete.
Sobald ich einen höheren Preis nehme, als ich an Materialkosten habe, erziele ich Gewinn. Hat man diesen Plan gefasst, so muss man den Gewerbeschein vor Beginn der Tätigkeit beantragen. Das geht auch erst mal als Nebengewerbe, so dass man seinen Hauptjob behält. Der Vorteil dabei ist, dass man auch sämtliche Kosten von den Einnahmen abziehen kann. Wer also für 5 Euro Wolle kauft, diese verarbeitet und das Ergebnis für 15 Euro verkauft, hab am Ende beim Finanzamt nur 10 Euro abzurechnen.
Auch jede neue Strick- oder Häkelnadel kann als Ausgaben verbuchen und wenn man übers Internet verkauft, auch die Kosten, die der Käufer nicht trägt und auch nicht in den Versandkosten einkalkuliert sind. Auch bei Märkten die Standgebühren schmälern den Gewinn.
Doch es gibt Untergrenzen. Bis zu ca. 410 Euro Jahreseinnahmen werten die meisten Finanzämter als Liebhaberei. Wie es das zuständige Finanzamt bewertet sollte man vorher mit dem zuständigen Bearbeiter besprechen. Aber selbst bei geringem Gewinn würde ich immer das Gewerbe vorziehen, weil ich dann eben mit einer einfachen Einnahmen-Ausgabenübersicht alles ordentlich abrechnen kann. Und ich muss mir keine Gedanken machen, wenn die Einnahmen steigen sollten.
Wer also auf der sicheren Seite agieren will, sollte bei der zuständigen Gemeinde einen Gewerbeschein beantragen. Auch diese Kosten sind dann schon voll abzugsfähig. Und wer seine Ausgaben und Einnahmen gleich fortlaufend dokumentiert hat auch nur einen kleinen Mehraufwand bei der Steuererklärung.
Zum Abschluss noch eine kleine Checkliste:
Gewerbeanmeldung
Fragebogen vom Finanzamt ausfüllen
Je nach Finanzamt monatlich, pro Quartal oder jährlich gegenüber beim Finanzamt die nötigen Daten einreichen
sämtliche Belege für Ausgaben und Einnahmen nach Datum abheften
